Information für Opfer einer Sexualstraftat

ASS- Anonym Spurensicherung nach einer Sexualstraftat

 

Wenn Sie oder Ihr Kind Opfer einer Sexualstraftat geworden sind, befinden Sie sich körperlich und psychisch in einer schwierigen Situation. Bei vielen Opfern einer Sexualstraftat ist eine Anzeigenerstattung bei der Polizei mit diversen Ängsten verbunden oder sie sind zunächst aus psychischen Gründen nicht der Lage, die Entscheidung über die Anzeige zeitnah zu treffen.

 

Sie haben in allen Fällen Zeit, sich eine Anzeigenerstattung in Ruhe zu überlegen.
Falls Sie sich an die Polizei wenden, wird diese alle nötigen Schritte, auch die ärztliche Untersuchung, veranlassen. Sie sollten sich oder Ihr Kind aber in jedem Fall sofort medizinisch untersuchen lassen, auch wenn keine sichtbaren Verletzungenerkennbar sind.


Wichtig ist, dass mögliche Tatspuren im Rahmen der anonymen Spurensicherung (ASS) möglichst zeitnah gesichert werden.

 

Bitte unterlassen Sie die Körperreinigung und das Reinigen der Kleidung, damit Sie wichtige Tatspuren (z.B. Sperma, Haare, Anhaftungen, Verletzungsmuster) nicht beseitigen.

Ihre Entscheidung

Im Rahmen einer medizinischen Untersuchung in einer der umseitig genannten Kliniken stehen Ihnen immer zwei Wege offen:

 

1. Wenn Sie sicher sind, dass Sie direkt eine Anzeige erstatten möchten, bitten
Sie den Arzt/die Ärztin in der Klinik um eine Kontaktaufnahme mit der Polizei.
Diese leitet dann alle weiteren Schritte ein.

 

2. Wenn Sie sich zu einer Anzeigenerstattung zunächst nicht entschließen
können und für die Entscheidung noch etwas Zeit brauchen, kann der Arzt/die
Ärztin dennoch mit Ihrem Einverständnis mögliche Tatspuren sichern. Bitten Sie dann bei der ärztlichen Untersuchung um eine anonyme Spurensicherung (ASS).

Die Chance Beweise vorlegen zu können eröffnen
Hier im Flyer erfahren Sie alles über die ASS
ASS-Flyer_17.01.2019.pdf
PDF-Dokument [166.5 KB]

ASS - Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftat

 

Das Opfer-Netzwerk hat das Marienhospital in Euskirchen und das Kreiskrankenhaus in Mechernich mit Spurensicherungskoffer aus-gerüstet. 

 

Die beiden Krankenhäuser sind jetzt mit besoderem Material ausgestattet, um profes-sionell die Spuren eines Sexualdeliktes so zu sichern, dass eine rechtsmedizinische Auswertung auch nach mehreren Jahren noch möglich ist.

Dafür werden die Daten der Opfer anonymisiert und das Spurenmaterial zu Aufbe-wahrung an die Rechtsmedizin Bonn gebracht.

So bleibt den Opfern ein großer Zeitrahmen für eine Entscheidung darüber, ob sie die Ermittlungsbehörden einschalten wollen.

Sollten Opfer sich dann später dafür entscheiden, kann auf die Spuren zurückgegriffen werden, Dies bringt dann eine besseren Beweisführung und erleichtert so die Opfersituation, insbesondere im Rahmen möglicher Gerichtsverhandlungen,

dazu auch Artikel Kölner Stadtanzeiger von Heike Nickel 24.02.2019

Anonymisierte Spurensicherung nach Sexualstraftat (ASS)          Aufklärungsspot für Euskirchener Kinos ist fertig

von links:

Herr  Larius (Filmproduzent), Frau Dr. Klug (Kreiskrankenhaus Mechernich),

Frau  Rossa (Marienhospital Euskirchen), Herr Dickopp (stellv.Vors.Opfer-Netzwerk)

 

Das Opfer-Netzwerk konnte bereits vor längerer Zeit erreichen, dass eine fachkundige Anonymisierte Spurensicherung nach einer Sexualstraftat im Marien-Hospital Euskirchen und im Kreiskrankenhaus Mechernich vorgenommen werden kann. Dafür erhielten beide Krankenhäuser vom Opfer-Netzwerk einen Spurensicherungskoffer.

 

Jetzt wurde mit der Produktionsfirma Martin Larius ein ASS-Informationsfilm erstellt, der zukünftig in den Euskirchener Kinos als Spot gezeigt wird.

www.larius.de/film-ass-euskirchen.html

 

ASS macht es Opfern möglich nach Sexualstraftaten die Spuren der Tat fachkundig sichern zu lassen, auch wenn zunächst keine Polizei eingeschaltet wurde.

 

Die Aufbewahrung der Spuren erfolgt bis zu 10 Jahre. Damit ist gewährleistet, dass die Spuren auch zu einem späteren Zeitpunkt einer Anzeigenerstattung als Beweismittel vorhanden sind.

 

Das Opfer-Netzwerk bedankt sich ganz herzlich bei den Kinobetreibern, den Vertre-terinnen der beiden Krankenhäuser dem Fund ilmproduzenten für ihre Arbeit und Unterstützung.